Dennis Deutschkämer

Der 34C3 kommt

Jedes Jahr, zwischen Weihnachten und Neujahr, wird vom Chaos Computer Club der Chaos Communication Congress veranstaltet.

 

Dieser jährt sich, mit über 12000 Besucher_innen, zum 34. Mal – 34C3.

 

So finden, zusätzlich zu den Workshops, auch „Vorlesungen“, sog. Talks/Lectures, statt.

 

Diese sind natürlich zu einem großen Teil technisch orientiert, bieten aber immer noch viel Raum für politische oder gesellschaftliche Themen oder verbinden in vielen Fällen sogar beides.

Häufig werden Probleme und Lösungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgezeigt und mit Humor behandelt.

Die Themenfelder reichen von Bildung über Naturschutz und Menschenrechte bis hin zur Kryptografie.

Jeder kann sich ja für ihn interessante Themen raussuchen.

Der vollständige Fahrplan kann in dem Wiki angeschaut werden.

Es gibt eine gute Applikation für Android.

In meiner Tabelle lässt sich durch das klicken auf den Titel direkt auf die Seite des Talks umleiten.

 

Alle Talks werden live gestreamt und für die Nachwelt aufgezeichnet.

Die Aufzeichnungen sind dann nach ein paar Tagen, in der finalen Schnittfassung, bei auf den eigenen Servern abrufbar.

 

Tag 1:

Vortrag Beschreibung Uhrzeit
Eröffnung: tuwat 11:00
Lobby-Schlacht um die ePrivacy-Verordnung Die EU hat die Wahl: Schutz von Menschen oder von Geschäftsmodellen? 11:30
hacking disaster mit Krisenintervention den Kapitalismus hacken 11:30
Ladeinfrastruktur für Elektroautos: Ausbau statt Sicherheit Warum das Laden eines Elektroautos unsicher ist 12:45
Gamified Control? China’s Social Credit Systems 14:00
Der netzpolitische Wetterbericht Wird es Regen geben? Ein Ausblick auf die neue Legislaturperiode 14:15
Unleash your smart-home devices: Vacuum Cleaning Robot Hacking Why is my vacuum as powerful as my smartphone? 15:45
Die Lauschprogramme der Geheimdienste 16:30
Inside Intel Management Engine 16:30
Tightening the Net in Iran The Situation of Censorship and Surveillance in Iran, and What Should Be Done 16:30
Bildung auf dem Weg ins Neuland 18:30
Der PC-Wahl-Hack Analyse einer Wahlsoftware 19:45
Die Sprache der Überwacher Wie in Österreich über Sicherheit und Überwachung gesprochen wird 21:15
Die fabelhafte Welt des Mobilebankings 22:00
Practical Mix Network Design Strong metadata protection for asynchronous messaging 23:30

 

 

Tag 2:

Vortrag Beschreibung Uhrzeit
Social Bots, Fake News und Filterblasen Therapiestunde mit einem Datenjournalisten und vielen bunten Visualisierungen 11:30
Beeinflussung durch Künstliche Intelligenz Über die Banalität der Beeinflussung und das Leben mit Algorithmen 12:45
Digitale Bildung in der Schule 5.-Klässlerinnen, die über die Millisekunden für einen delay()-Aufruf diskutieren! Gibt es nicht? Doch, gibt es! 13:00
Deep Learning Blindspots Tools for Fooling the „Black Box“ 14:00
Jahresrückblick des CCC 2017 tuwat 15:15
Spy vs. Spy: A Modern Study Of Microphone Bugs Operation And Detection 15:15
Netzpolitik in der Schweiz Die aktuellen Auseinandersetzungen über digitale Freiheitsrechte 15:15
Internet of Fails Where IoT has gone wrong 16:30
The Snowden Refugees under Surveillance in Hong Kong A Rapidly Emerging Police State and Imminent Deportation to Sri Lanka and Philippines 18:30
Trügerische Sicherheit Wie die Überwachung unsere Sicherheit gefährdet 21:00
All Computers Are Beschlagnahmt Zum Verbot von Indymedia linksunten 23:30

 

 

Tag 3:

Vortrag Beschreibung Uhrzeit
Methodisch inkorrekt! Die Wissenschaftsgala vom 34C3 11:30
Regulating Autonomous Weapons The time travelling android isn’t even our biggest problem 13:45
Net Neutraliy Enforcement in the EU 14:30
Internet censorship in the Catalan referendum 15:15
cryptocurrencies, smart contracts, etc.: revolutionary tech? short answer: Yes! 16:30
Protecting Your Privacy at the Border Traveling with Digital Devices in the Golden Age of Surveillance 18:30
A hacker’s guide to Climate Change – What do we know and how do we know it? An introduction to the basics of climate research and what we can do about climate change 18:30
Inside AfD 18:30
Resilienced Kryptographie 18:30
Tiger, Drucker und ein Mahnmal Neues vom Zentrum für Politische Schönheit 21:00
Ein Festival der Demokratie Von Technik, Kollaborationen und Erreichtem zum G20-Gipfel 2017 22:15
Extended DNA Analysis Political pressure for DNA-based facial composites 22:30
Es sind die kleinen Dinge im Leben II was alles geht und wie man anfängt, mit Mikroskopen 23:15
This is NOT a proposal about mass surveillance! Analysing the terminology of the UK’s Snooper’s Charter 23:30
Treibhausgasemissionen einschätzen Wieviel CO2 macht <…>? Ungefähr? 00:00

 

 

Tag 4:

Vortrag Beschreibung Uhrzeit
Mietshäusersyndikat: den Immobilienmarkt hacken Wie man ein Haus kaufen kann ohne es zu besitzen 11:30
International Image Interoperability Framework (IIIF) – Kulturinstitutionen schaffen interoperable Schnittstellen für digitalisiertes Kulturgut 11:30
Schreibtisch-Hooligans Informationsfreiheit trotz CSU 12:15
Italy’s surveillance toolbox Research on Monitoring Italian Government Surveillance Capabilities by means of Transparency tools 13:00
0en & 1en auf dem Acker Was die Sensor & Automatisierungstechnik in der Landwirtschaft heute schon leisten kann – Ein Einblick 13:45
Fuck Dutch mass-surveillance: let’s have a referendum! Forcing the Netherlands to publicly debate privacy and the intelligence agencies 14:30
Privacy Shield – Lipstick on a Pig? 14:30
The Internet in Cuba: A Story of Community Resilience Get a unique tour of some of the world’s most unusual networks, led by a Cuban hacker 15:15
34C3 Infrastructure Review How does the CCC run a conference? 15:15
Security Nightmares 0x12 16:30
Abschluss #tuwat 17:30

Rückzug meiner Kandidatur – wie es weitergeht

„Und damit ziehe ich meine Kandidatur zurück“

So endete meine Vorstellung zur Kandidatur als Vorsitzender der Piratenpartei NRW.
So endet meine Zeit im Landesvorstand der Piratenpartei NRW.

 

Die ersten Sekunden

In den ersten Sekunden wollte ich nur weg. Nach hinten, vielleicht raus. Die Augen füllten sich mit Tränen, ich schaute nach vorne. Ich erntete Beschimpfungen, ob ich „vollkommen bescheuert wäre“ – es war die Verunsicherung, die aus den Leuten sprach. Meine Sicht wurde immer trüber, Leute strömten auf mich zu, stellten Fragen, wollten wissen was los sei. Die Augen schmerzten bei dem Versuch die Tränen zurück zu halten. Ich griff nach einem Stuhl. -> Die Treppe nach oben schaffte ich mit den vorhandenen Kräften nicht mehr – ich setzte mich, die Tränen liefen.

 

Die Entscheidung

Der Parteitag hatte eine Stimmung, welche mir nicht gefiel. Für die Errungenschaften der gesamten Partei seit dem letzten Parteitag gab es kaum Applaus. Es hatte fast den Eindruck, als sei die Anwesenheit auf dem Parteitag mehr Gewohnheit, als der Ort der „Zusammenkunft“ um die Partei politisch weiter zu entwickeln.
Ich war mir seit Wochen nicht sicher ob ich weitermache, es war Tagesformabhängig. Die Stimmung vor Ort ließ das Pendel dann aber in eine Richtung ausschlagen.

Während meiner „Rede“ war es still – gefühlt wollte jeder hören was ich zu sagen hatte. Kein rascheln, kein Quatschen und kein Laufen – Ruhe, als ahnte viele das Unerwartete.

Die Entscheidung fiel schlussendlich in meiner Rede. Ich sagte zuvor H3rmi bescheid, dass ich an mit sicher grenzender Wahrscheinlichkeit am Ende meiner Rede zurückziehen werde.
Ich informierte nur H3rmi, denn wir kandidierten zusammen – NIEMAND anderes wusste davon.
Es steckte keine Taktik dahinter. Es gab keinen „Kreis“ der eingeweihten.
Die Entscheidung fiel mir so schwer wie kaum eine andere im Leben – Ich hinterfragte ALLES – politische Ziele, die Partei, Mich.

 

Die Stunden danach

Nach den ersten zehn Minuten konnte ich die Emotionen zunehmend unter Kontrolle bringen.
Es suchten mich viele Leute auf, die meisten vergewisserten sich wie es mir geht. Wenige suchten ein Gespräch.
Einige brachten mir auch ihre Enttäuschung bei – sie seien enttäuscht, dass ich nicht noch mal kandieren würde.
Über den Tag brachten sehr viele Menschen ihre Anerkennung zum Ausdruck. Das Nicken, das Lächeln oder der persönliche Dank taten gut, taten sehr gut. Es füllte die Akkus wieder etwas auf, welche ich drei Jahre beansprucht habe.
Es wurden ohne mein Wissen Taktiken geschmiedet, wie man mich doch wieder als Vorsitzender einbringen könnte etc. – sobald ich davon erfahren habe, schlug ich aus.
Der Zuspruch in den Stunden danach war für mich überraschend und schon fast überwältigend – Danke, von ganzen Herzen!

 

Die Gründe

Es gab nicht DEN Grund – lasst mich erläutern.
1188 Tage war ich nun im Landesvorstand, zuvor im Vorstand des KV Herford und davor Kassenprüfer im KV Herford – letzteres neun Monate bevor ich Mitglied geworden bin.
Wenn man es genau nehmen würde, war ich in der Partei noch nie ohne Amt. Von den 1750 Tagen meiner Mitgliedschaft in der Partei, habe ich 68% der Zeit im Landesvorstand (LaVo) sein dürfen.

Die Zeit im LaVo hat zwei „Liebschaften“ und eine Beziehung überstanden. Nur die aktuelle Windows Installation auf meinem Rechner hat länger durchgehalten 🙂

 

In anderen Parteien würde mein Werdegang als „kometenhafter Aufstieg“ betitelt werden. Dabei wollte ich nicht hoch hinaus, sondern wollte an den Erfahrungen wachsen und das der Partei zurückgeben.

Damals wurde mir auf den Stammtischen in OWL gesagt, dass, selbst wenn ich mich auf den Kopf stellen würde, niemand aus OWL in den Landesvorstand gewählt werden würde. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich Vorsitzender werden würde – ich hätte gelacht.

Durch diese Aussagen merkte ich schon sehr früh, dass Menschen sich „irgendwie“ repräsentiert fühlen möchten. Warum ist es so wichtig woher jemand kommt? Können nur Leute aus einem Gebiet gute Entscheidungen für dieses Gebiet treffen und sonst für kein anderes?
Oder kann Zusammenhalt nur dadurch entstehen, wenn man sich von anderen („den Rheinländern“) abgrenzt?

 

Den parteiinternen Wahlkampf gab es schon immer. Es brachten sich einige Kandidierende in Stellung, manche machten Fairplay andere nutzen unlautere und fragwürdige Mittel.
Statt die eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten darzulegen um sich als potentiell wählbar darzustellen, fiel es leichter, mit dem Finger auf andere zu zeigen und vermeitlich einfache Lösungen präsentieren.
Selten (aber viel zu häufig) wurde solche Leute in Verantwortungsvolle Positionen gehoben.

 

Der zurückliegende innerparteiliche Wahlkampf zum Landesvorstand kam mir persönlich sehr intensiv vor. Ich hatte das Gefühl, als würde viel Porzellan zerschlagen werden. Es wurden nicht nur Themen oder Konzepte angeführt, sondern manch ein Kandidat versuchte Personen zu beschädigen oder nahm es in Kauf – sei es durch die Kommunikation in sozialen Netzwerken, das persönliche Gespräch mit Dritten oder in Blogposts.

Teilweise entbrannten „Stellvertreterkriege“ in den Sozialen Netzwerken. Man müsse ja nur Person XY wählen, denn er käme aus folgender Region oder habe zumindest feste Zusagen gemacht, sich darum zu „kümmern“. Es gipfelte darin, dass sich Personen aus unterschiedlichen Regionen stritten und immer noch streiten.

 

Ich sprach in meiner Rede und in einem Blogpost davon, dass die Partei nicht nur Geld, sondern eben auch Zeit einsparen soll – Ein Paradigmenwechsel.
Wenn es durch das Einsparen von Geld zu einer erhöhten zeitlichen Belastung für Personen kommt, haben diese nicht nur irgendwann keine Lust mehr, sondern sie kommen auch nicht zu dem was wir alle wollten – Politische Ideen entwickeln und umsetzten.
Der zukünftige Vorstand, solle den Mitgliedern, die Zeit zum Träumen geben und Freiräume schaffen – das war Inhalt meiner Rede.
Als Partei wollen wir Innovativ, Kreativ, Erfinderisch, Motiviert und „Cool“ sein, um die Gesellschaft zu begeistern. Jeder von uns hat das Potential dazu, kaum jemand kommt dazu es zu nutzen. Die wenigsten wissen, wie wir das erreichen.

 

Die Jahre im LaVo, die Wochen der Kandidatur und die Minuten auf dem Landesparteitag zeigten mir immer mehr, dass viele (zu viele?) sich lieber mit Posten und Abgrenzung beschäftigen wollten, als neue Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

 

Die weiteren Gründe

Routine

Vorstandsarbeit kann auch bedeuten in einer Tretmühle zu sitzen, um das Tagesgeschäft zu erledigen.
Auf diese Tretmühle hatte ich keine Lust mehr – wenn ich von frischen Ideen und Paradigmenwechsel spreche, denn muss auch der Vorstand mit gutem Beispiel vorangehen.
Bei den möglichen Kandidatenkombinationen war ich davon überzeugt, dass es laut Satzung zu einem handlungsfähigen Vorstand kommen wird, aber es mir fiel schwer, einen großen Wechsel mit dem Potential vorzustellen.

 

Ein schlechtes Ergebnis

Dabei geht es nicht um meine Eitelkeit, sondern um Rückhalt.
Anfangs kandidierten vier Personen auf das Amt des Vorsitzenden. Vier Personen, welche sich gegenseitig Stimmen streitig machen würden.
Ein Vorsitzender, der von einem Wechsel spricht, benötigt auch einen großen Rückhalt innerhalb der Parteibasis. Versteht mich nicht falsch, ich rede nicht von 95% oder ähnliches. Es geht darum, dass sich die Partei breit hinter jemanden aufbauen kann. Ergebnisse welche unter dem magischen zwei Drittel liegen, sorgen immer wieder für Diskussionen. Zu groß kann eine Gruppe sein, welche nicht mitzieht.
Dabei geht es auch nicht um medialen Symbolcharakter, sondern um eine klare Linie, die die Partei verfolgen möchte.
Vielleicht habe ich das persönlich versäumt. Versäumt genügend Werbung für meine Linie zu machen. Versäumt genügend Werbung für meine Person zu machen.
Ich hatte das Gefühl, als würde mein Ergebnis, welches ich bekommen könnte, nicht gut genug sein, so, dass große Teile (eine kritische Masse) nicht hinter mir stehen. – Das Mandat, dass ich von der Partei erhalten könnte, würde nicht stark genug sein.

 

Lernkurve

In den letzten drei Jahren habe ich viel gelernt – So viel, dass ich vielleicht separat darüber schreiben werde. Jedoch habe ich wahrgenommen, dass meine Lernkurve abfällt. Immer häufiger wiederholten sich Aufgaben, immer häufiger waren es die selben Probleme die gelöst werden mussten – es wurde Routine.
Meine Befürchtung war, dass ich meinen eigenen Anspruch an Entwicklung nicht gerecht werden könnte, die anfallenden Aufgaben kaum ändern würden. – Nicht, weil ich keine Ideen hätte, sondern weil mir die Zeit durch die Routineaufgaben gestohlen wird.

 

Neuwahl

Es gab/gibt auch die Gefahr einer Neuwahl auf Bundesebene – hier wieder die organisatorischen Weichen zu stellen, am Ende aber keine Weiterentwicklung der Partei zu vollziehen, wollte ich nicht.
In der Landtagswahl 2017 versuchte ich durch das Momentum der Motivation der Landespartei möglichst viele nachhaltige Strukturen zu schaffen, von denen wir auch noch nach dem Wahlkampf profitieren könnten. Leider ist mir das, trotz erheblichen persönlichen Zeiteinsatzes, eher in wenigen Fällen gelungen.

 

Die Zukunft

Ich bin nicht weg!
Ich bin nicht ausgetreten!
Ich werde meinen Geburtstag und Weihnachten feiern und mit meiner Piratentasche den 34C3 besuchen.
Nach wie vor bin ich stolz auf diese Partei – auf ihre Leistungen und auf das Umdenken in der Politik, zu dem sie beigetragen hat.
Vielleicht werde ich wieder zu meinen Hobbys dem Fotografieren und Radfahren kommen.
Ein paar Kilos weniger würden mir auch guttun – da hat sich in den vergangenen Jahren etwas zu viel angesammelt. :/
Ich werde mir Zeit zum nachdenken nehmen…

 

Lernen uns als Partei neu zu erfinden und zu reflektieren (nicht selbst zu beschäftigen).
Wie ich in meiner Rede erwähnte, es sollte nicht unser Anspruch sein, Wahlkampf für Wahlkampf das Programm aus den Jahren zuvor nur zu kopieren.
Unsere grundpolitischen Ziele wurden zu einer Zeit formuliert, als MySpace das größte soziale Netzwerk, als Spotify, Soundcloud oder das Smartphone in seiner heutigen Form noch nicht erfunden waren.
Das Smartphone oder Tablet ist in vielen Haushalten mittlerweile nicht nur der leistungsstärkste, sondern der einzige Computer.
Unsere Ziele sind nicht falsch, die digitale Wissensgesellschaft entwickelt sich jedoch sehr schnell weiter.

 


 

Weiterentwickeln um diese Gesellschaft anzusprechen

YouTube hatte zur Parteigründung ein paar tausend Videos, heute ist es als Synonym für eine ganze Generation. Eine Generation, die neue Ansprüche der Ansprache und neue Probleme hat.

Raum für Kreativität geben, damit Ideen und Lösungen entstehen können. Von Lippenbekenntnissen wird es nicht besser.
Nehmt euch Zeit – investiert Energie Nachhaltig und nicht großflächig.

 

Ich schließe nichts aus – ich sagte nichts zu!
Wir werden uns wieder sehen … ich habe da ein paar Ideen! 😉

Wo bleibt die Zeit zum Träumen?

Meine Gedanken zur Kandidatur
tl;dr
  • Alte Zöpfe abschneiden und Steigerung der Effizienz – Die Parteistruktur und -Arbeit muss sich ohne das Zutun von Landes- und Bundesvorständen tragen und entwickeln können.
  • Die Grundlagen bereitstellen, damit wieder Zeit für politische Weiterentwicklung bleibt.
  • Der Realität ins Auge blicken.

 


 
Seit dem 1.9.2014 (1188 Tage) bin ich im Landesvorstand NRW, der Anfang war schwer, sehr schwer. Nicht nur, dass die Zeit im damaligen Landesvorstand sehr turbulent war, sondern ich musste gedanklich sehr viele Kapazitäten investieren, um die aufkommenden Probleme zu verarbeiten – Einarbeitung.
Ich entwickelte Lösungen, musste sehen wie diese aus den unterschiedlichsten Gründen zerschellen oder scheitern. Ich suchte neue Lösungen – mit Glück, genügend Energie und einem dicken Fell konnten einzelne Knoten doch aufgelöst werden.
Träume und Wünsche, welche nicht schwächer geworden waren, halfen mir dabei, eine Diskussion auch zum 25. Mal zu führen, einen Streit zum 18. Mal zu schlichten und Sisyphusarbeit, die niemand machen wollte, zum 108. Mal durchzuführen.
 
Die Träume und Wünsche sind noch da – nur wurden sie von einem Alltag und einer zermürbenden Routine eingeholt.
Ich kann eine Liste schreiben, auf welchen Dingen ich keine Lust mehr habe. Ich könnte aber immer eine Seite mehr über die Punkte schreiben, warum mir das Spaß macht. Weitere fünf Seiten über das, was ich in der Zeit alles gesehen, erlebt habe und welche Erfahrungen ich sammeln durfte.
 
 
„Wir sind eine junge, aufstrebende und selbstausbeuterische Partei.“
Wir verfolgen ineffiziente Kommunikationswege             
Wir verlieren unser Wissen
Wir verbrennen Zeit
Wir entwickeln uns nicht weiter
 
Ich möchte hier keine Träume, sondern Lösungen anbieten.
Ich musste lernen, dass wir über eMails Informationen nicht nachhaltig verteilt bekommen.
Der klassische Postweg stellte sich dagegen als effizienter da. Durch den postalischen Versandt eines Dankesschreibens und Spendenaufruf, konnten wir für das Jahr 2016 mehr Spenden sammeln, als über das gesamte Jahr.
Es soll ein Mitgliederanschrieben in jedem Quartal geben, in dem aktuelle Informationen, wie Erfolge der Partei und anstehende Termine kommuniziert werden.
Dieses Anschrieben wird in weiteren Stufen ausgebaut, so, dass auch kommunale Informationen zielgerichtet an die Mitglieder getragen werden können.
 
Dieses Mitgliederschrieben lässt sich in eine Art „Mitgliederzeitung“ mit zusätzlichen Inhalten aufbauen (Angebote sind eingeholt).
Da wir eine garantierte Abnahmemenge haben, ließe sich in dieser Werbefläche vermarkten: – die Parteienfinanzierung ist weg, wir brauchen Ideen und Lösungen um an Geld zu kommen – die Selbstausbeutung unserer eigenen Mitglieder gehört nicht dazu!
 
Was wie ein Rückschritt aussieht, ist für mich der Blick in eine Realität, welche wir viel zu lange abgelehnt haben.
 
Nächster Punkt:
Wir fahren teilweise hunderte von Kilometern durch das Land, um uns dann zu beschweren, dass das W-LAN nicht funktioniert oder sowieso alle Anträge doof sind.
Die Onlinebeteiligung haben wir uns spätestens 2015 in die Satzung gegossen – wir wollen sie.
Dabei ist die vermeintliche Lösung zum Greifen nah. Durch dir Fraktion wurde eine Software im Form des BEOs (BasisEntscheidOnline) fertig gestellt.
Dabei muss hier die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband gepflegt werden, damit wir EINE Lösung etablieren, und nicht 17+n.
Zu einem sinnlosen Binden von Energie und Kräften darf es nicht kommen.
Lösungen im gesamten Bundesgebiet zu etablieren dauert <- stimmt. Dafür sind diese aber nachhaltiger, als Insellösungen einzelner LVs.
 
Nächster Punkt:
Die KVs und Büropiraten der vKVs sollen wieder mehr Zugriff auf ihre Mitgliederdaten bekommen, damit nicht der mühselige Weg über den LV gegangen werden muss, wenn es darum geht die Mitglieder über etwas zu informieren oder einzuladen.
Die Software dazu ist fertig, und wird vom LV eingesetzt. Das Freischalten für KVs wird erprobt.
 
Bis hier hin waren es häufig Struktur oder Verwaltungsfragen, an denen ich persönlich schon seit über einem Jahr arbeite und endlich zu Ende führen will.
Kurzum geht es darum, den (virtuellen) Untergliederungen die Möglichkeiten zu geben, sich schneller selbst zu verwalten, um Zeit zu sparen und eine höhere Dynamik zu erzeugen.
Zeitfressende, ineffiziente und nicht nachhaltige Prozesse dürfen nicht weiter eingeführt werden, dafür sind wir zu wenige und haben insgesamt zu wenig Zeit.
Diese Punkte dienen zur Vorbereitung, dass wieder Zeit für politische Arbeit ansetzten kann, denn wegen guter innerparteilicher Kommunikation wird keine Partei gewählt
 
 
Wir brauchen Zeit, wir brauchen die Zeit um wieder Träumen zu können.
Wir brauchen die Zeit um wieder erfinderisch und kreativ zu sein.
 
Häufig fordern wir dieselben politischen Punkte wie vor 10 Jahren, ohne diese dabei einer neuen Gesellschaft anzupassen.
Viele Positionen der Partei sind zu einer Zeit entwickelt worden, als YouTube einige tausend Videos hatte, als MySpace das größte soziale Netzwerk und Spotify oder Soundcloud noch nicht erfunden waren.
Lasst uns unsere Forderungen und Positionen weiterentwickeln, statt ständig nur das Programm der Vorwahl (und der Wahl davor) zu kopieren!
 
Wir müssen der Realität ins Auge blicken, dass wir als Partei nur in wenigen Fällen wegen einem Wahlprogramm gewählt werden.
Wir müssen uns neue Möglichkeiten überlegen, uns zu präsentieren, neue Möglichkeiten wie wir auf der Straße kommunizieren – denn so wie wir es bisher taten war es nicht erfolgreich.
 
Ich will die Partei in der Öffentlichkeit vertreten und repräsentieren – mit eurer Unterstützung.
 
Ich biete euch Konzepte.
Ich möchte euch den Raum und die Zeit schaffen in der IHR Träume entwickeln könnt.
Ich biete euch Zuverlässigkeit.
Ich biete euch Loyalität.
Ich biete euch nachhaltige – keine einfachen – Lösungen in Zusammenarbeit mit euch.
Ich biete euch das Wissen und die Erfahrung der letzten drei Jahre.
 
Ihr entscheidet 🙂