Wo bleibt die Zeit zum Träumen?

1. Dezember 2017

Meine Gedanken zur Kandidatur
tl;dr

 


 
Seit dem 1.9.2014 (1188 Tage) bin ich im Landesvorstand NRW, der Anfang war schwer, sehr schwer. Nicht nur, dass die Zeit im damaligen Landesvorstand sehr turbulent war, sondern ich musste gedanklich sehr viele Kapazitäten investieren, um die aufkommenden Probleme zu verarbeiten – Einarbeitung.
Ich entwickelte Lösungen, musste sehen wie diese aus den unterschiedlichsten Gründen zerschellen oder scheitern. Ich suchte neue Lösungen – mit Glück, genügend Energie und einem dicken Fell konnten einzelne Knoten doch aufgelöst werden.
Träume und Wünsche, welche nicht schwächer geworden waren, halfen mir dabei, eine Diskussion auch zum 25. Mal zu führen, einen Streit zum 18. Mal zu schlichten und Sisyphusarbeit, die niemand machen wollte, zum 108. Mal durchzuführen.
 
Die Träume und Wünsche sind noch da – nur wurden sie von einem Alltag und einer zermürbenden Routine eingeholt.
Ich kann eine Liste schreiben, auf welchen Dingen ich keine Lust mehr habe. Ich könnte aber immer eine Seite mehr über die Punkte schreiben, warum mir das Spaß macht. Weitere fünf Seiten über das, was ich in der Zeit alles gesehen, erlebt habe und welche Erfahrungen ich sammeln durfte.
 
 
„Wir sind eine junge, aufstrebende und selbstausbeuterische Partei.“
Wir verfolgen ineffiziente Kommunikationswege             
Wir verlieren unser Wissen
Wir verbrennen Zeit
Wir entwickeln uns nicht weiter
 
Ich möchte hier keine Träume, sondern Lösungen anbieten.
Ich musste lernen, dass wir über eMails Informationen nicht nachhaltig verteilt bekommen.
Der klassische Postweg stellte sich dagegen als effizienter da. Durch den postalischen Versandt eines Dankesschreibens und Spendenaufruf, konnten wir für das Jahr 2016 mehr Spenden sammeln, als über das gesamte Jahr.
Es soll ein Mitgliederanschrieben in jedem Quartal geben, in dem aktuelle Informationen, wie Erfolge der Partei und anstehende Termine kommuniziert werden.
Dieses Anschrieben wird in weiteren Stufen ausgebaut, so, dass auch kommunale Informationen zielgerichtet an die Mitglieder getragen werden können.
 
Dieses Mitgliederschrieben lässt sich in eine Art „Mitgliederzeitung“ mit zusätzlichen Inhalten aufbauen (Angebote sind eingeholt).
Da wir eine garantierte Abnahmemenge haben, ließe sich in dieser Werbefläche vermarkten: – die Parteienfinanzierung ist weg, wir brauchen Ideen und Lösungen um an Geld zu kommen – die Selbstausbeutung unserer eigenen Mitglieder gehört nicht dazu!
 
Was wie ein Rückschritt aussieht, ist für mich der Blick in eine Realität, welche wir viel zu lange abgelehnt haben.
 
Nächster Punkt:
Wir fahren teilweise hunderte von Kilometern durch das Land, um uns dann zu beschweren, dass das W-LAN nicht funktioniert oder sowieso alle Anträge doof sind.
Die Onlinebeteiligung haben wir uns spätestens 2015 in die Satzung gegossen – wir wollen sie.
Dabei ist die vermeintliche Lösung zum Greifen nah. Durch dir Fraktion wurde eine Software im Form des BEOs (BasisEntscheidOnline) fertig gestellt.
Dabei muss hier die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband gepflegt werden, damit wir EINE Lösung etablieren, und nicht 17+n.
Zu einem sinnlosen Binden von Energie und Kräften darf es nicht kommen.
Lösungen im gesamten Bundesgebiet zu etablieren dauert <- stimmt. Dafür sind diese aber nachhaltiger, als Insellösungen einzelner LVs.
 
Nächster Punkt:
Die KVs und Büropiraten der vKVs sollen wieder mehr Zugriff auf ihre Mitgliederdaten bekommen, damit nicht der mühselige Weg über den LV gegangen werden muss, wenn es darum geht die Mitglieder über etwas zu informieren oder einzuladen.
Die Software dazu ist fertig, und wird vom LV eingesetzt. Das Freischalten für KVs wird erprobt.
 
Bis hier hin waren es häufig Struktur oder Verwaltungsfragen, an denen ich persönlich schon seit über einem Jahr arbeite und endlich zu Ende führen will.
Kurzum geht es darum, den (virtuellen) Untergliederungen die Möglichkeiten zu geben, sich schneller selbst zu verwalten, um Zeit zu sparen und eine höhere Dynamik zu erzeugen.
Zeitfressende, ineffiziente und nicht nachhaltige Prozesse dürfen nicht weiter eingeführt werden, dafür sind wir zu wenige und haben insgesamt zu wenig Zeit.
Diese Punkte dienen zur Vorbereitung, dass wieder Zeit für politische Arbeit ansetzten kann, denn wegen guter innerparteilicher Kommunikation wird keine Partei gewählt
 
 
Wir brauchen Zeit, wir brauchen die Zeit um wieder Träumen zu können.
Wir brauchen die Zeit um wieder erfinderisch und kreativ zu sein.
 
Häufig fordern wir dieselben politischen Punkte wie vor 10 Jahren, ohne diese dabei einer neuen Gesellschaft anzupassen.
Viele Positionen der Partei sind zu einer Zeit entwickelt worden, als YouTube einige tausend Videos hatte, als MySpace das größte soziale Netzwerk und Spotify oder Soundcloud noch nicht erfunden waren.
Lasst uns unsere Forderungen und Positionen weiterentwickeln, statt ständig nur das Programm der Vorwahl (und der Wahl davor) zu kopieren!
 
Wir müssen der Realität ins Auge blicken, dass wir als Partei nur in wenigen Fällen wegen einem Wahlprogramm gewählt werden.
Wir müssen uns neue Möglichkeiten überlegen, uns zu präsentieren, neue Möglichkeiten wie wir auf der Straße kommunizieren – denn so wie wir es bisher taten war es nicht erfolgreich.
 
Ich will die Partei in der Öffentlichkeit vertreten und repräsentieren – mit eurer Unterstützung.
 
Ich biete euch Konzepte.
Ich möchte euch den Raum und die Zeit schaffen in der IHR Träume entwickeln könnt.
Ich biete euch Zuverlässigkeit.
Ich biete euch Loyalität.
Ich biete euch nachhaltige – keine einfachen – Lösungen in Zusammenarbeit mit euch.
Ich biete euch das Wissen und die Erfahrung der letzten drei Jahre.
 
Ihr entscheidet 🙂